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Bluterkrankungen bei Hunden aus dem Mittelmeerraum
Diese Informationen sollen dazu dienen, Ihnen einen Überblick über die sogenannten
Mittelmeerkrankheiten zu geben. Unser ASPA -Team beantwortet selbstverständlich ihre
persönlichen Fragen vor, während und nach einer Vermittlung. Ebenso selbstverständlich sind
wir bei auftretenden Unklarheiten und Problemen für Sie da.
Auch möchten wir Sie auf das Leishmaniose-Forum www.leishmaniose-forum.de hinweisen. In diesem Forum können Sie sich über die Mittelmeerkrankheiten ausführlich informieren, Krankheitsverläufe betroffener Hunde nachlesen und sich mit betroffenen Hundehaltern austauschen. Ebenso erhalten Sie umfassende, seriöse und fachmännische Beratung über Symptome, Diagnostik und Therapie der diversen Mittelmeerkrankheiten, aber auch zum Umgang mit einem kranken Hund (Ernährung, Impfung, Zeckenschutz, Wurmkuren). Alle Hunde, die wir nach Deutschland holen und die älter als 6 Monate sind, haben einen Test auf Leishmaniose, Ehrlichiose und Herzwumbefall. Beachten Sie aber bitte, dass dieser Test lediglich eine Momentaufnahme ist, kein definitiver Ausschluss einer Krankheit. Bitte beachten Sie auch, dass sich bei einem erneuten Test in den ersten Monaten nach Ankunft des Hundes aufgrund von Streß beim Transport, Klima- und Umweltwechsel, Impfung, Kastration und z.T. langen Inkubationszeiten falsche oder verwirrende Ergebnisse zeigen können. Die Auflistung der möglichen Krankheiten, die ein Hund aus dem Mittelmeerraum haben kann, wirkt sich sicherlich zunächst abschreckend auf Menschen aus, die einem dieser Hunde ein Zuhause geben möchten. Nicht jeder Hund aus dem Süden ist jedoch krank. Es gibt sehr viele Hunde, die ihr Leben lang gesundheitlich unauffällig sind. Wir von ASPA möchten Sie jedoch auf die Möglichkeiten dieser Krankheiten hinweisen, damit Sie im Fall der Fälle nicht unvorbereitet vor einer schwierigen Situation stehen. Bedenken Sie aber bitte auch, dass es für KEINEN Hund, egal woher er stammt, eine lebenslange Gesundheitsgarantie geben kann. Jeder Hund kann im Laufe seines Lebens erkranken, nicht nur an den so genannten Mittelmeerkrankheiten. Leishmaniose
…ist wohl die bekannteste und gefürchtetste Mittelmeerkrankheit.
Weltweit gibt es mehrere Leishmaniosearten. Die in Europa und bei den betroffenen Hunden vorkommende Leishmanioseart befällt stets die inneren Organe, die äußeren Symptome sind eine Folge des inneren Befalls. Erreger:
Der Erreger der Leishmaniose ist ein Einzeller (Leishmania infantum). In Europa sind derzeit
mehrere verschiedene Stämme bekannt. Die einzelnen Stämme weisen zum Teil sehr
unterschiedliche Oberflächenmerkmale auf. Bei einem Test auf Leishmaniose ist daher darauf
zu achten, dass man die Region, aus der der Hund kommt, berücksichtigt. Einige Labore
(Parasitus Ex, Laboklin) bieten regionale Reisekrankheitenprofile an, die neben den in der
Region vorkommenden Mittelmeerkrankheiten, auch den Test auf den entsprechenden
Leishmaniosestamm beinhalten.
Übertragung:
Die Übertragung des Erregers erfolgt durch den Stich der Sandmücke, die ihren Weg
mittlerweile auch nach Deutschland gefunden hat. Nach dem Stich der Sandmücke vermehren
sich die Leishmanien in den weißen Blutkörperchen und gelangen in die inneren Organe (Niere,
Leber, Milz, Knochenmark).
Neben der Übertragung durch die Sandmücke ist eine Übertragung der Leishmaniose über die
Plazenta von der Mutter auf den Welpen ebenfalls möglich, aber nicht zwingend. In einem Wurf
mehrerer Welpen kann es dazu kommen, dass ein Teil der Welpen mit Leishmanien infiziert
wird, ein Teil nur die Antikörper der Mutter aufweist und ein Teil wiederum weder die Erreger,
noch die Antikörper der Mutter.
Bei einem Leishmanioseausbruch kann es zu offenen Hautläsionen kommen, aus denen Sekret
austritt, welches Leishmanien enthalten kann. Solange dieses Sekret flüssig ist, sind auch die
Leishmanien lebensfähig. Trocknet das Sekret ab, dies geschieht in der Regel innerhalb
weniger Minuten, sterben auch die Leishmanien ab. Sollte das flüssige Sekret direkt in eine
offene, blutende Hautwunde gelangen, besteht auf diesem Weg ein Infektionsrisiko. Dies ist
ein theoretisches Risiko, einen nachgewiesen Fall dieser Infektionsform gibt es bislang nicht.
Dennoch sind entsprechende hygienische Maßnahmen zu treffen (z.B. Handschuhe).
Über Kot, Urin und Speichel ist keine Übertragung der Leishmanien möglich.
Symptome:
Die Symptome der Leishmaniose sind vielfältig und je nach Stamm unterschiedlich. Es gibt
keine Symptome, die ausschließlich nur auf Leishmaniose hindeuten. Die Symptome können
durchaus auch ganz andere, harmlose Ursachen haben, weswegen eine Leishmaniose anhand
der äußeren Symptomatik häufig nicht leicht zu diagnostizieren ist. Die Symptomatik und die
Blutbefunde der Leishmaniose ähneln zum Teil auch denen der anderen Mittelmeerkrankheiten,
deswegen sollte bei einem Verdacht auf Leishmaniose auch ein Test auf die anderen
Mittelmeerkrankheiten erfolgen, um die Ursache der Symptomatik exakter bestimmen zu
können.
Allgemeine Symptome, die einzeln oder zusammen auftreten können:
Unklare Fieberschübe, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme trotz ausreichender Fütterung,
wiederkehrende Durchfälle unklarer Ursache, Abgeschlagenheit, vermehrtes Schlafbedürfnis,
Lymphknotenschwellungen, Vergrößerung von Leber und Milz, seltsamer Geruch (unter
anderem nach Kot), trockene Haut mit fettigen, großen Schuppen, ausgefranste, verkrustete,
schuppige, kahle Ohrränder (evtl. mit Läsionen), kahle, helle Stellen am Nasenspiegel,
kreisrunder Haarausfall um die Augen („Brillenbildung“), Augenentzündungen, Fellverlust unter
den Achseln, dem Bauch, an den Hinterschenkeln und an den Gelenken (evtl. mit Läsionen),
Gelenkbeschwerden im Sinne einer Gelenksentzündung.
Diagnose:
Um eine Leishmaniose zu diagnostizieren, lässt man folgende Untersuchungen machen:
1: Blutbild, klinische Chemie
Erniedrigte rote Blutkörperchen, erniedrigte weiße Blutkörperchen und erniedrigte
Blutplättchen, ebenso eine Verschiebung innerhalb der einzelnen Bluteiweißgruppen können ein
erster Hinweis auf eine Leishmaniose sein. Leber- und Nierenwerte geben Auskunft über den
Zustand der inneren Organe.
2: Leishmaniose IFAT / ELISA
Dies ist ein Test, der nach Antikörpern gegen Leishmanien im Blut sucht. Ein positiver
Antikörpertest alleine reicht jedoch nicht aus um eine Leishmaniose zu diagnostizieren. Er
besagt lediglich, dass Antikörper gegen Leishmanien im Blut vorhanden sind, nicht aber, ob die
Krankheit tatsächlich ausgebrochen ist. Zu einem positiven Antikörpertest können auch
folgende Faktoren führen: früherer Kontakt mit dem Erreger, Stress, Impfung, Kastration oder
andere Infektionen. Generell können Antikörper erst ab der dritten Woche nach einer Infektion
mit Leishmanien nachgewiesen werden.
3: Eiweißelektrophorese
Hier werden die einzelnen Bluteiweißgruppen mittels eines elektronischen Verfahrens getrennt.
Das Ergebnis wird in Form einer Kurve dargestellt. Bei einem positiven Antikörpertest liefert
der Kurvenverlauf der Eiweißelektrophorese konkrete Informationen darüber, ob und wie stark
eine Leishmaniose ausgebrochen ist.
4: Knochenmark- oder Lympknotenpunktat
Durch diese Untersuchungen lassen sich die Leishmanien bzw. deren Erbmaterial direkt
nachweisen. Prinzipiell werden die Blutuntersuchungen (IFAT/ELISA) bevorzugt, da eine
Blutentnahme einfacher ist als eine Knochenmark- oder Lymphknotenpunktion. Punktionen
werden bei unklaren Befunden durchgeführt. Sollte der Hund bereits mit Allopurinol behandelt
werden, entfällt die diagnostische Möglichkeit per Knochenmark- oder Lymphknotenpunktat, da
sich dann keine Leishmanien mehr in den Punktaten nachweisen lassen.
Um eine Leishmaniose zu diagnostizieren, sollten sowohl die gesamten Blutbefunde, als auch
das Befinden des Hundes im Gesamten betrachtet werden.
Therapie:
Leishmaniose ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar. Ziel der Therapie ist also nicht
die Beseitigung des Erregers, sondern vielmehr, soweit Einfluss von außen auf den Erreger zu
nehmen, dass das Immunsystem des Hundes selbst den Erreger bekämpfen kann und es zu
einem stabilen Gesundheitszustand des Hundes kommt.
Es gibt verschiedene Therapieansätze:
1: Allopurinol
Das Medikament Allopurinol ist das bekannteste und auch nebenwirkungsärmste Medikament
zur Leishmaniosetherapie. Als Mittel der Wahl wirkt es wachstumshemmend auf die
Leishmanien und drängt sie aus Knochenmark und Organen ins Bindegewebe ab, wo sie keinen
Schaden anrichten können. Gleichzeitig ist es ein recht günstiges Medikament und wird im
Allgemeinen gut vertragen.
Nebenwirkungen können Nierenbelastung, Leberbelastung und Blutbildungsstörungen sein. Ob
ein Hund nur über einen gewissen Zeitraum oder lebenslang Allopurinol als Therapie benötigt,
zeigen die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.
Sollte eine alleinige Therapie mit Allopurinol nicht ausreichend sein, gibt es verschiedene
Möglichkeiten der Zusatztherapie:
2: Milteforan
Erst seit etwas über einem Jahr der Veterinärversion erhältlich (es gibt schon länger ein
entsprechendes Medikament zur Behandlung der Leishmaniose beim Menschen), gilt Milteforan
als das Mittel der Wahl bei unzureichender Wirkung des Allopurinols. Vor Zulassung des
Medikamentes durchgeführte Studien bei erkrankten italienischen und südfranzösischen
Hunden haben gute Erfolge erzielt. Es liegen noch keine Langzeitsstudien vor, bislang zeigt
Milteforan sich aber als recht verträglich und nebenwirkungsarm, als Nebenwirkungen gelten
Übelkeit und Erbrechen, es gilt nicht als nieren- oder lebertoxisch.
Es gibt weitere, aber seit Einführung von Milteforan nicht zuletzt aufgrund ihrer
Nebenwirkungen als unmoderner geltende Medikamente:
3: Glucantime
Glucantime ist ein Chemotherapeutikum, das unter die Haut gespritzt wird. Häufig wird es in
Kombination mit Allopurinol verabreicht.
Wichtiger Hinweis: Glucantime wird seit über 80 Jahren in der Leishmaniosetherapie bei
Mensch und Tier angewendet. Mittlerweile haben einige Leishmaniosestämme Resistenzen
gegen Glucantime entwickelt. Gleichzeitig kann Glucantime Leber und Niere stark schädigen,
bis hin zum Tod des Hundes. Obwohl Glucantime vielerorts noch als Leishmaniose-
Standardtherapie gilt, ist diese Therapieform äußerst sorgfältig abzuwägen.
4: Amphotericin B
Amphotericin B oder auch Ambisome genannt, ist ebenfalls ein Chemotherapeutikum welches
per Infusion häufig in Kombination mit Allopurinol verabreicht wird.
Wichtiger Hinweis: Hier gilt ebenso eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung wie bei
Glucantime. Auch hier gibt es bereits Resistenzen und dieses Medikament ist ebenfalls stark
leber- und nierenschädigend.
Mittelmeerkrankheiten, die durch Zecken übertragen werden
Da es in Europa mehrere Zeckenarten gibt, die für die Übertragung der Mittelmeerkrankheiten
relevant sind, gibt es zunächst einmal einen Überblick über die diversen Zeckenarten.
Braune Hundezecke = Rhipicephalus sanguineus
Vorkommen:
ab Zentral-Frankreich südlich in allen Mittelmeerländern inkl. Portugal
Aktivität:
ganzjährig
Besonderheit:
Auch außerhalb des eigentlichen Risikogebietes in beheizten Räumen lange überlebensfähig.
Übertragung von:
Babesiose, Erlichiose (Vorkommen von gleichzeitiger Babesiose/Erlichiose-Infektion),
Hepatozoonose
Auwaldzecke = Dermacentor reticulatus
Vorkommen:
Frankreich, Nord-Spanien, Nord-Italien, Kroatien, zunehmend auch Deutschland
Aktivität:
ganzjährig, besonders häufiges Auftreten im März-April und September-Oktober
Besonderheit:
Buntzecke, marmorierte Zeichnung auf dem Rückenschild
Übertragung von:
Babesiose
Holzbock = Ixodes ricinus
Vorkommen:
Zwischen dem 45ten und 60ten Breitengrad von Schweden / Norwegen bis Nord-Spanien /
Nord-Italien
Aktivität:
Ab einer Außentemperatur von ca. 10°C
Besonderheit:
gängige, einheimische Zecke
Übertragung von:
Anaplasmose
Babesiose
Erreger:

Die Erreger der Babesiose sind Einzeller (Babesien). In Europa gibt es zwei Babesienarten:
Babesia canis und Babesia vogeli.
Übertragung:
Die Übertragung der Babesiose erfolgt beim Saugakt von Zecken (Auwaldzecke, Braune
Hundezecke).
Man unterscheidet zwei Formen der Babesiose:
- akute Babesiose
Babesien dringen nach dem Saugakt in die roten Blutkörperchen ein, vermehren sich in diesen
und zerstören sie. Ein bis drei Wochen nach der Infektion und allgemeinen Symptomen (hohes
Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Mattigkeit,
Lymphknotenschwellungen, Schwellung von Leber und Milz) ergeben sich aus der Zerstörung
der roten Blutkörperchen die typischen Babesiose-Symptome: Blut im Urin, bräunlicher Urin,
blutiger bis rötlich-brauner Kot, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. Seltener werden
auch Störungen des Bewegungsapparats in Form starker Muskelschmerzen beobachtet, ebenso
werden neurologische Auffälligkeiten bis hin zum Krampfanfall beschrieben.
Eine akute Babesiose ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die möglichst rascher
Behandlung bedarf, da sie sonst zum Tod des Tieres führen kann.
- chronische Babesiose
Trotz der Gefährlichkeit dieser Erkrankung für Hunde überstehen einige Tiere die Erkrankung.
Sie tragen dann nur den Erreger in sich, zeigen aber keine Symptome.
Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Im Blutbild zeigen sich erniedrigte rote Blutkörperchen, evtl. auch erniedrigte Blutplättchen.
Die klinische Chemie zeigt bei einer akuten Babesiose ein erhöhtes Bilirubin.
+2: Eiweißelektrophorese*
3: Babesiose-IFAT
Antikörper gegen Babesien lassen sich frühstens 10 Tage nach der Infektion nachweisen.
Bei chronischen Babesiosen ist das Auftreten von Antikörpern häufig der einzige Hinweis auf
eine durchgemachte Infektion
4: Mikroskopischer Erregernachweis
Da Babesien-Antikörper erst ab dem 10. Tag nach einer Infektion gebildet werden, kann bei
einem Babesioseverdacht ein Blutausstrich unter dem Mikroskop auf Babesien in den roten
Blutkörperchen untersucht werden. Babesien sind allerdings nur kurzzeitig in den roten
Blutkörperchen nachweisbar.
5: PCR
Eine PCR ist ein direkter Erregernachweis mittels Suche nach vorhandenem Erregererbgut.
Allerdings sind die Babesien nur in bestimmten Krankheitsstadien nachweisbar.
Therapie:
Eine Babesiose ist heilbar. Die Therapie erfolgt mit Carbesia. Dieses Medikament wird zwei mal
im Abstand von 14 Tagen gespritzt. Die Injektion ist recht schmerzhaft. Carbesia ist ein
Chemotherapeutikum, was im allgemeinen als nebenwirkungsarm gilt. Auch wenn eine
chronische Babesiose vorliegt, sollte sie therapiert werden. Zum Einen ist der Hund Träger des
Erregers, da eine der übertragenden Zeckenarten mittlerweile auch in Deutschland vermehrt
auftritt, kann der Hund die Krankheit weiter verbreiten. Zum Anderen können durch diverse
Faktoren die Babesien erneut aktiviert werden, so dass der Hund symptomatisch erkrankt.
Carbesia ist kein in Deutschland zugelassenes Medikament und muss erst über eine
internationale Apotheke bestellt werden.
Ehrlichiose
Erreger:

Die Ehrlichiose wird durch den Erreger Ehrlichia canis hervorgerufen. Dieser Erreger gehört zur
Gruppe der Reckettsien (Bakterien).
Übertragung:
Übertragen wird die Ehrlichiose durch den Stich der braunen Hundezecke.
Man unterscheidet zwei Formen der Ehrlichiose:
- akute Ehrlichiose:
Der Erreger dringt durch den Biss der Zecke in den Körper ein und befällt eine Untergruppe der
weißen Blutkörperchen (Monozyten). 8 bis 20 Tage nach der Infektion kommt es zu
allgemeinen Symptomen: Schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber, Appetitlosigkeit,
Lymphknotenschwellungen.
Im weiteren Verlauf fällt eine Blutungsneigung auf: Nasenbluten, Blut im Kot oder Urin, Husten
von Blut, Blutergüsse in den Gelenken, punktförmige Einblutung in die Schleimhaut,
Blutergüsse unter der Haut.
- chronische Ehrlichiose:
Durch die Reaktion des Immunsystems auf den eingedrungenen Erreger wird dieser zwar nicht
beseitigt, jedoch so weit bekämpft, dass die Infektion in ein chronisches Stadium übergeht. Die
Erreger ziehen sich unter anderem ins Knochenmark zurück. Äußere Symptome sind nicht oder
in geringem Ausmaße erkennbar. Durch eine Belastung des Immunsystems kann es zu einem
symptomatischen Ausbruch der Krankheit kommen.
Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Bei einer akuten Ehrlichiose fallen erniedrigte Blutplättchen, evtl. auch erniedrigte rote und
weiße Blutkörperchen auf. Die klinische Chemie zeigt erhöhte Leberwerte. Bei einer
chronischen Erlichiose ergeben evtl. erniedrigte Blutplättchen häufig den einzigen Hinweis auf
die Erkrankung.
2: Eiweißelektrophorese
3: Ehrlichiose -IFAT
Antikörper treten frühestens 14 Tage nach der Infektion auf. Ergibt sich ein positiver
Antikörpertest auf Ehrlichien, steht fest, dass der Hund mit dem Erreger Kontakt hatte.
Zusammen mit dem Blutbild, der klinischen Chemie, der Eiweißelektrophorese und dem
Allgemeinbefinden des Hundes ergibt sich eine Aussage, ob eine akute oder chronische
Ehrlichiose vorliegt.
4: PCR auf Ehrlichien
Durch den Nachweis von Ehrlichien-Erbgut (DNA) kann der Erreger direkt nachgewiesen
werden. Dies setzt aber voraus, dass die Ehrlichiose akut ist und sich damit die Erreger im Blut
befinden. Bei einer chronischen Ehrlichiose sind die Erreger im Blut durch eine PCR nicht
nachweisbar.
Therapie:
Prinzipiell ist Ehrlichiose heilbar. Die optimalen Heilungschancen bestehen bei einer frischen
Infektion. Bekämpft der Körper den Erreger und dieser zieht sich ins Knochenmark zurück,
wird eine erfolgreiche Therapie erheblich schwieriger, es ist wissenschaftlich nicht genau
erwiesen, inwieweit das Antibiotikum auf die zurückgezogenen Erreger wirkt, es ist aber davon
auszugehen, daß nicht alle Erreger eliminiert werden können. Eine Therapie sollte deshalb
nicht nach Antikörpermenge, sondern nach Blutbefunden und Symptomen erfolgen. Therapiert
wird eine Erlichiose mit Doxycyclinhyclat über vier bis sechs Wochen. Auch Carbesia wird eine
gewisse Wirksamkeit gegen Ehrlichien nachgesagt. Als alleinige Therapie ist sie aber nicht
ausreichend.
Wichtige Hinweise:
Hunde unter einem Jahr sollten nicht mit Doxycyclinhyclat behandelt werden.
Sollte eine Therapie mit Doxycyclinhyclat erfolgen, sollte die Tablette tief in eine Fleischtasche
verpackt verabreicht werden, da das Medikament ohne entsprechende Verpackung im
wahrsten Sinne des Wortes ätzend auf die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen wirkt, was
unter Umständen zu massiven Problemen führen kann, so dass die Therapie abgebrochen
werden muss.
Anaplasmose
Die Anaplasmose war bis vor einigen Jahren eine unbekannte Krankheit und zählt auch heute noch nicht zu den „klassischen“ Mittelmeerkrankheiten, wobei sie mittlerweile auch in Nord-Spanien und Nord-Italien zu finden ist. An dieser Stelle wird sie aufgrund ihrer deutlichen Ähnlichkeit zur Ehrlichiose erwähnt. Bei der Anaplasmose gibt es ebenfalls eine akute und chronische Form. Erreger:
Die Erreger von Ehrlichiose und Anaplasmose sind verwandt. Im Gegensatz zu den Monozyten
bei der Ehrlichiose werden hier die Granulozyten (eine weitere Untergruppe der weißen
Blutkörperchen) vom Erreger Anaplasma phagozytophillum, früher Ehrlichia phagozytophillum
genannt, befallen. Dieser Erreger gehört, ebenso wie Ehrlichia canis zur Gruppe der
Reckettsien (Bakterien).
Symptome:
Die Symptomatik ist weitestgehend identisch mit der der Ehrlichiose. Bei der Anaplasmose
ergeben sich häufiger auch Probleme im Bewegungsapparat (Lahmen, geschwollene, heiße
Gelenke, Wechsel der betroffenen Extremitäten).
Diagnose: *1: Blutbild, klinische Chemie, Eiweißelektrophorese: Die Auffälligkeiten sind
identisch mit denen einer Erlichiose.
2: IFAT / PCR auf Anaplasmen
Therapie:
Die Therapie ist identisch mit der der Ehrlichiose.
Sollte Ihr Hund also Anzeichen einer Ehrlichiose aufweisen (Symptomatik, Blutbefunde), ein
Erregernachweis auf Ehrlichiose aber negativ sein, ist an eine Anaplasmose zu denken.
Hepatozoonose
Erreger:

Hepatozoen sind Einzeller, Hepatozoon canis gehört zur Gruppe der Kokzidien.
Übertragung:
Übertragen wird die Hepatozoonose durch die braune Hundezecke, allerdings nicht durch den
Zeckenbiss, sondern durch das Verschlucken der gesamten Zecke. Im Darm bohren sich die
Erreger durch die Darmwand und gelangen über das Blut und die Lymphflüssigkeit in Leber,
Milz, Knochenmark, Muskulatur und Lunge.
Symptome:
Die Hepatozoonose ist eine eher selten festgestellte Erkrankung, da zum Einen der
Erregernachweis sehr schwierig ist und zum Anderen die Erkrankung häufig symptomlos
verläuft.
Folgende Symptome können auftreten:
Fieber, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,
Lymphknotenschwellungen, Muskelschmerzen und Muskelschwäche, steifer Gang,
Schmerzempfindlichkeit, Nasen – und Augenausfluss.
Durch die Wanderung der Erreger kann es zu Veränderungen in Leber, Lunge, Knochenmark
und Milz mit daraus abzuleitenden Symptomen kommen.
Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Häufig gibt es hier gar keine Auffälligkeiten, möglich sind erniedrigte Blutplättchen sowie
erniedrigte rote und weiße Blutkörperchen.
2: Direkter Erregernachweis
Im Blutausstrich können ab der fünften Woche nach der Infektion die Hepatozoen in den
weißen Blutkörperchen nachgewiesen werden. Einen entsprechenden Antikörpertest gibt es
nicht, eine PCR ist sehr ungenau. Hepatozoen sind sehr schwierig nachzuweisen.
Therapie:
Die Hepatozoonose ist wenig erforscht, die Therapie eher experimenteller Art, der Erreger kann
nicht beseitigt werden.
Eine gewisse Wirksamkeit wird folgenden Medikamenten nachgesagt: Doxycyclinhyclat und
Carbesia
.
Ansonsten erfolgt die Therapie symptomatisch.
Filariose - Herzwurmerkrankung
In Europa sind 5 verschiedene Filarienarten beim Hund bekannt.
Die bekannteste (aber nicht häufigste) Filarienart bei Hunden ist Dirofilaria immitis – der
“Herzwurm”.

Weitere sind:
Dirofilaria repens (vorkommen hauptsächlich in Osteuropa und Italien, darum hier nicht weiter
beschrieben) und Dipetalonema reconditum, die auch als “Hautfilarie” bezeichnet wird, sowie
zwei weitere Arten die nicht Krankheitsauslösend sind.
Herzwurm (Dirofilaria immitis)
Übertragung:
Der Herzwurm wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen, die in ganz Südeuropa,
einigen Ländern Osteuropas sowie in der Schweiz vorkommen können. Nach dem Stich der
Stechmücke gelangen winzige Wurmlarven (Mikrofilarien) ins Blut, wandern durch den Körper
und setzen sich schließlich als erwachsene Würmer (Makrofilarien) in den großen Blutgefäße
von Herz und Lunge, aber auch in Organen wie Leber und Niere fest.
Symptome:
Die Symptomatik ist von der Stärke des Befalls abhängig. Es kann folgende Auffälligkeiten
geben: Gewichts- und Konditionsverlust, erschwerte Atmung nach Anstrengung, Husten (z.T.
mit Blutbeimengung), Wassereinlagerung im Bauchraum und in den Gelenken.
Diagnose:
1: Indirekter Erregernachweis
Hierbei wird ein Eiweiß nachgewiesen, das das erwachsene Herzwurmweibchen während der
Geburt der Wurmlarven ausschüttet. Ein positives Ergebnis zeigt sich frühestens fünf bis sechs
Monate nach der Infektion.
2: Direkter Erregernachweis
Mittels eines so genannten Knott-Tests lassen sich Wurmlarven im Blut nachweisen. Bei einem
positiven Knott-Test wird mittels PCR (Erbgutuntersuchung) ermittelt, um welche Art der
verschiedenen Filarienarten es sich bei den vorliegenden Wurmlarven handelt
(Mehrfachinfektionen sind möglich).
Eine Unterscheidung, welche Wurmart bei dem betreffenden Hund vorliegt, ist deshalb wichtig,
weil die verschiedenen Filarienarten mit unterschiedlichen Medikamenten über einen
unterschiedlichen Zeitraum therapiert werden.
Therapie:
Advocate zur Therapie der Wurmlarven, dieses Spot on macht gleichzeitig die erwachsenen
Würmer unfruchtbar. Die Ansteckung anderer Tiere wird somit vermieden.
Die Therapie der Herzwürmer ist je nach Befall risikoreich, da die abgestorbenen Herzwürmer
die Gefäße verstopfen können.
Eine Therapie mit Immiticide (frühere Behandlungsmethode) ist keine Garantie dafür, dass alle
erwachsenen Herzwürmer absterben und gilt darum als nicht mehr zuverlässig und sehr
nebenwirkungsreich.
Darum ist man bei dieser Filarienart dazu übergegangen, nur die Mikrofilarien mit Advocate zu
behandeln, bis die erwachsenen Herzwürmer eines natürlichen Alterstodes sterben.
Es gibt auch neuere Therapieansätze mittels Antibiotikagabe zur Behandlung der erwachsenen
Herzwürmer. Es erfolgt zeitgleich zur Advocate-Therapie eine Anwendung mit Doxycyclinhyclat
Tabletten über einen Zeitraum von 28 Tagen (2 x tgl. 20 mg/kg-Körpergewicht). Im Anschluß
(nach Ablauf der 28 Tage) wird eine erhaltende Dosis zweimal wöchentlich (2 x tgl. 100 mg)
über einen Zeitraum von 3-6 Monaten gegeben.
Dirofilaria repens
Übertragung:
Diese Filarienart wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen. Nach dem Stich der Stechmücke gelangen die Würmer ins Bindegewebe unter der Haut. Symptome:
Da die Würmer unter der Haut wandern, kommt es zu folgenden Symptomen: schmerzlose, wechselnd auftretende, zum Teil juckende Knötchen unter der Haut. Diagnose:
Therapie:
Immiticide zur Behandlung der erwachsenen Würmer, Advocate zur Behandlung der Wurmlarven. Übertragung:
Die Übertragung erfolgt durch den Hunde- oder Katzenfloh, evtl. auch über Läuse. Symptome:
Die Würmer leben unter der Haut, in Körperhöhlen und in der Niere, häufig zeigen sich jedoch keinerlei Symptome. Advocate: Auch hier können nur die Wurmlarven getötet werden, die erwachsenen Würmer werden lediglich in ihrer Vermehrung gehemmt und sterben eines natürlichen Alterstodes nach maximal zwei Jahren.

Source: http://aspa-ev.de/files/mmk.pdf

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